Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

    Symposium zu Ehren von Prof. Christian Andree, Herausgeber der Gesammelten Werke Rudolf Virchows, zum 75. Geburtstag

    Frankfurt (Oder), 24.1.2014

    Die heutige Bedeutung des Mediziners und Politikers Rudolf Virchows (1821-1902), eines der Begründers der modernen Medizin, war Thema eines eintägigen hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Symposiums an der Europa-Universität Viadrina.

    Veranstaltet wurde es von Prof. Harald Walach zu Ehren von Prof. Christian Andree aus Anlass seines 75. Geburtstags. Prof. Andree gibt an der „Forschungsstelle Rudolf Virchow" am "Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften" (IntraG) der Viadrina die Gesammelten Werke von Virchow heraus.

  • Teil 01 - Begrüssungen

    Zur Begrüßung sprechen Dr. Gunter Pleuger, Präsident der Europa-Uni; Prof. Klaus Weber, Prodekan der Kulturwissenschaftlichen Fakultät; Prof. Knefelkamp, Stiftungsrat; Prof. Schröder, Lehrstuhl für therapeutische Kommunikation; Prof. Walach, IntraG.

    • Teil 02 - Heinz Schott - Festvortrag

      „Was können wir in unserer heutigen Situation von Virchow lernen?"

      Der Festredner, Prof. Heinz Schott vom "Medizinhistorischen Institut" der Universität Bonn, zeigte, dass Themen, die für Virchow von Bedeutung waren, auch heute noch aktuell sind. Virchow bestand darauf, dass nur im Zusammenwirken einzelner, seien es Zellen im Organismus oder Individuen im Staat, Gesundheit entstehen kann. Daraus ergibt sich Virchows Vorstellung, dass „Politik Medizin im Großen" sei. Denn nur wenn durch politische Aktivität eine gute Bildung ermöglicht wird, könnten Freiheit und Wohlstand entstehen.

    • Teil 03 - Hartmut Schröder

      „Kulturheilkunde"

      Prof. Hartmut Schröder, Inhaber des Lehrstuhls für Sprachgebrauch und therapeutische Kommunikation an der Europa Universität, stellte die Idee einer „Kulturheilkunde" vor. Kultur, in all ihren Dimensionen -- Kommunikation, Sprache, Bewusstsein -- sei Grundlage jeder Heilung und müsse stärker ins Zentrum der Ausbildung und Anwendung der Medizin treten. Aus dieser Idee heraus wurde der postgraduale Masterstudiengang „Kulturwissenschaften und Komplementäre Medizin" gegründet, in dem Ärzt_innen sowie Apotheker_innen solche Fähigkeiten lernen können.

    • Teil 04 - Harald Walach

      „Kultur des Bewusstseins -- ein neues Thema für die Kulturwissenschaften"

      Diesen Gedanken griff Prof. Harald Walach, Leiter des "Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften", auf und postulierte, dass ähnlich wie durch Virchows Einführung einer universellen körperlichen Hygiene eine geistige Hygiene oder Kultur des Bewusstseins ein wichtiger nächster Schritt in der Entwicklung einer modernen Gesundheitskultur sei.

    • Teil 05 - Stefan Schmidt

      „Nutzen der Meditationsforschung für die ärztliche Praxis"

      Anschliessend vertiefte Prof. Stefan Schmidt diesen Gedanken: diese könne entwickelt werden durch regelmässige Meditation und Kultivierung erwünschter Geisteszustände beim Behandler - was in der Praxis auch zu höherer Effektivität ärztlichen Handelns und zu weniger Benhandlungsfehlern beitragen kann.

    • Teil 06 - Ulrich Schwantes

      "Kommunikation in der Allgemeinpraxis"

      Prof. Ulrich Schwantes, der den Reformstudiengang Medizin an der Charité entwickelt hat und zu den Gründungsmitgliedern der Medizinischen Hochschule Brandenburg gehört, zeigte, dass das wichtigste Instrument des Arztes die Kommunikation ist und wie diese in verschiedener Weise zu Heilung und zu Verschlimmerung von Krankheit beitragen kann.

    • Teil 07 - Florian Mildenberger

      Historischer Beitrag von Prof. Florian Mildenberger zur Geschichte der „Virchow Medical Society in New York"

    • Teil 08 - Andreas Kitschke

      „‚...bohren sie sich Löcher in die Wand, um noch rechter als rechts zu sitzen' - Der Zuckerfabrikant Jacobs aus Potsdam als Beispiel eines konservativen Konkurrenten Virchows"

      Ein historischer Beitrag von Dipl. Ing. Andreas Kitschke zu Jacobs, einem Potsdamer politischen Kontrahenten Virchows, beleuchtete die weite politische und medizinische Wirkung Virchows.

    • Teil 09 - Henning Albrecht

      „30 Jahre Förderung und Forschung in der Komplementärmedizin: Was bleibt, und wohin geht die Reise?"

      Dr. Henning Albrecht, Geschäftsführer der Carstens-Stiftung, machte deutlich, dass die Entwicklung der Förderung von komplementärer Medizin rückläufig ist und in keiner Weise mit der Bedeutung dieser Methoden in der Bevölkerung Schritt hält.

    • Teil 10 - Eckhart Hahn

      "Was müssen Ärzte der Zukunft können?"

      Prof. Eckhart Hahn, ehemaliger Gründungsdekan der medizinischen Hochschule Oldenburg und Beirat des IntraG, rundete abschliessend das Symposium mit dem Gedankengang ab, dass die medizinische Ausbildung in viel stärkerem Maß kommunikative Kompetenzen integrieren und auch Wege finden müsse, die ärztlichen Schlüsselqualifikationenzu überprüfen.

    • Teil 11 - Christian Andree - Danksagung

      Der Jubilar Prof. Christian Andree, der immer noch pro Jahr zwei bis drei dicke Bände von Virchows Werken herausgibt, dankte den Beitragenden zum Abschluß mit der Bemerkung, es gäbe selten ein Symposium, bei dem wie an diesem Freitag nicht ein einziger schwacher Beitrag vorgetragen worden sei.